THW OV Goettingen
 
 
Tagebuch: 27.05.2010 - Bombenräumung und Evakuierung vom 27.Mai 2010
Autor: Axel Rentschka, Datum:27.05.2010
 
Eine 10-Zentner Bombe aus dem 2. Weltkrieg lag als Blindgänger bis zur Entdeckung am 27. Mai 2010 im Erdreich unter dem Göttinger Schützenplatz.
Es handelt sich hier um die ERSTE gefundene Bombe.
Dies hat nichts mit den Ereignissen am 01.Juni 2010 zu tun. Dazu erfolgt ein gesonderter Bericht.
 

Es war 14.47 Uhr, als den stellvertretenden Ortsbeauftragten der Anruf des Geschäftsführers der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF) erreichte. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Vorbereitungen für den Spatenstich zum Neubau einer Sporthalle auf dem Schützenplatz in ihrer letzten Phase. Vor dem Neubau wurde das vorgesehene Baugelände nach Blindgängern und Munitionsresten intensiv untersucht. In Göttingen ist bekannt, dass der vorgesehene Bauplatz in der Anflugschneise alliierter Bomber lag, die damals den Göttinger Bahnhof angreifen wollten. Alte Luftaufnahmen belegen die Einschläge von Bomben.
Bei den laufenden Untersuchungen fand man jetzt in 7 Meter Tiefe Anzeichen für eine nicht explodierte Bombe. Da in die ausgehobene Grube viel Wasser nachlief, wurde das THW eingesetzt, um mit Hilfe einer leistungsstarken Pumpe die Fundgrube leer zu pumpen. Zum Einsatz kam die Hannibal-Pumpe mit einer Förderleistung von 5000 ltr. in der Minute.
Nachdem sich bestätigte, dass es sich um eine Bombe mit einem so genannten Säurezünder handelte, entschloss sich der Kampfmittelräumdienst zur sofortigen Entschärfung der Bombe vor Ort.
Kurz vor 1700 Uhr wurde erstmals die gemeinsame Technische Einsatzleitung von Stadt und Landkreis alarmiert, die umgehend ihre Arbeit in den Räumen der Göttinger Berufsfeuerwehr aufnahm. Das THW erhielt den Auftrag zur Versorgung der Einsatzkräfte und der in mehreren Turnhallen evakuierten Bewohner der zu räumenden Wohngebiete. Die Evakuierten wurden mit Kaffee, Tee und Kaltgetränken versorgt, da mit einer Entschärfung der Bombe gegen Mitternacht gerechnet wurde. Die annähernd 500 Einsatzkräfte wurden zentral auf dem Gelände der THW-Unterkunft versorgt. Zusätzlich übernahm das THW die Ausleuchtung der Fundstelle für den Kampfmittelräumdienst

Im Einsatz waren insgesamt 30 Helfer aus den Ortsverbänden Göttingen und Gieboldehausen. Aus Göttingen war der Technische Zug im Einsatz, aus Gieboldehausen die Fachgruppe Logistik/Versorgung (LogV) sowie der Zugtrupp des Technischen Zuges zur Führungsunterstützung für den Stab des Ortsverbandes Göttingen. Zur Unterstützung im Einsatzabschnitt Versorgung in der Unterkunft des OV Göttingen wurde noch der Fachzug Logistik der Kreisfeuerwehrbereitschaft Mitte alarmiert.

Um 00:47 Uhr am 28. Mai 2010 erreichte die TEL die Meldung vom Bombenfundort, das die Entschärfung erfolgreich war. Die evakuierten Bewohner konnten nun in ihre Wohnungen zurückkehren, bis 02:30 Uhr erhielten die Einsatzkräfte noch Verpflegung, dann begann das große Aufräumen.

Im Einsatz waren neben der Berufsfeuerwehr Göttingen alle Freiwilligen Feuerwehren der Stadt, das THW, der ASB, die Johanniter, das DRK, die Polizei und zahlreiche Fachleute aus der Verwaltung und den Betrieben der Stadt Göttingen sowie der Deutschen Bahn. Der Transport der Evakuierten wurde unterstützt von den Göttinger Verkehrsbetrieben, die Stadtbusse für den Transport zur Verfügung stellten.

Es besteht der Verdacht, dass noch ein weiterer Blindgänger in der Erde liegt. Eine weitere groß angelegte Evakuierung ist daher in den folgenden Tagen nicht ausgeschlossen.

Zeitungsartikel zum Thema gibt es hier:
28.5.2010
29.5.2010_1
29.5.2010_2

Die Zeitungsartikel wurden veröffentlicht im Göttinger Tageblatt

 
 
 
 
 
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