09.10.2021, von are

Bombenfund in Baggerschaufel

Einen nicht alltäglichen Gegenstand beförderte ein Baggerfahrer bei Erdarbeiten hinter dem ehrwürdigen Auditorium der Universität Göttingen ans Tageslicht. Es handelte sich um eine 5-Zentner Bombe aus den letzten Tagen des 2. Weltkrieges.

Bombenfund

Es war Donnerstag, der 7.10.2021 gegen 08:00 Uhr, als die Bombe auf dem für die Abfuhr des Erdaushubs bereitgestellten LKW aus der Baggerschaufel rollte.

Damit begann für die Stadt Göttingen eine groß angelegte Evakuierungsmaßnahme, die erst in der Folgenacht um 0:51 Uhr beendet werden konnte. Nach der ersten umgehenden Einrichtung einer 300 Meter Zone rund um die Fundstelle wurde in den Folgestunden der zu evakuierende Radius auf 1000 Meter ausgedehnt.

Der Fundort im Zentrum der Stadt brachte das Einkaufen im Stadtzentrum zum erliegen, der Busverkehr in der Stadt wurde komplett eingestellt und die Nord-Süd Strecke der Deutschen Bahn wurde gesperrt. Einige Züge konnten den Bahnhof noch passieren oder verlassen, hielten jedoch nicht mehr an.

Im Stabsraum der Stadt Göttingen trat der Stab zusammen und begann mit der Koordination aller  notwendigen Schritte. Evakuiert werden mussten zwei kleinere Krankenhäuser sowie ein Senioren-zentrum. Der Stab konnte auf die Erfahrungen und Ausarbeitungen aus der letzten Bombenräumung im Januar 2021 zurückgreifen.

Unser Ortsverband entsandte einen Fachberater in den Stab. Im Laufe des Tages übernahmen unsere Einsatzkräfte logistische Aufträge. Aus dem Katastrophenschutzlager der Stadt wurden bis zu 700 Feldbetten und entsprechende Mengen Decken und Sanitärmaterial in die zwei Evakuierungszentren Transportiert. Der Kampfmittelräumdienst erhielt Material zur Ausleuchtung der Fundstelle.

Ab den Mittagsstunden standen wir mit Einsatzkräften in Bereitschaft, um weitere Aufgaben zu übernehmen. Auf Bitten des Leiters des Stabeswurden ab dem frühen Abend weitere THW-Einheiten in Einsatzbereitschaft versetzt, um im Falle einer Detonation oder einer notwendigen Sprengung unverzüglich in den Einsatz gehen zu können. In Einsatzbereitschaft befanden sich Bergunsgruppen, Fachgruppen N, eine Fachgruppe Räumen, zwei Baufachberatertrupps, ein ESS Trupp sowie die Logistik Verpflegung im Einsatz.

Geplant war für den frühen Abend die Versorgung von ca. 80-100 EInsatzkräften der Rettungsorganisationen, die in einem Bereitstellungsraum standen. Da die Rückführung der Patienten in den Krankenhäusern und Bewohner des Seniorenheims auf den Freitag verschoben wurde, konnten dieser Bereitstellungsraum aufgelöst werden. Bedauerlicherweise befand sich die zubereitete Verpflegung bereits auf dem Weg und auch die Sitzgelegenheiten waren aufgebaut.

Regionalstelle Göttingen und unser Ortsverband konnten hier auf die Erfahrungen und Ergebnisse  aus den Nachbereitungsgesprächen des Einsatzes im Januar zurückgreifen.

Mit der Nachricht um 0:51 Uhr am Freitagmorgen, das von der Bombe keine Gefahr mehr ausgehe endete dieser Einsatz.

Am Freitag nach der Entschärfung waren 4 Einsatzkräfte mit 2 Mzkw im Einsatz, um das Material aus den Evakuierungszentren wieder dem Katastrophenschutzlager der Stadt zuzuführen.

 

Unser Ortsverband bei Facebook .

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Hier ist der Bericht zum zum Ensatz im Januar 2021.

Hier lesen Sie eine Abschlussbetrachtung .

 

Das THW ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit knapp 80.000 Ehrenamtlichen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.

Filme zum THW gibt es auf THW-Videos .

Die angeführten PDF-Dateien sind Berichte zum Thema im Göttinger Tageblatt

 

 


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